Diskussion vom 4.9.08

Textgrundlage war diesmal der gesamte Teil 2 „Part Two: Constitutionalism and the Counter Reformation“ aus Skinner, Q. (2006). The foundations of modern political thought (14th ed.), vol. 2 (113-185).

Wir haben über die Einschätzung der Theoriefähigkeit oder Wissenschaftlichkeit der politischen Theorie diskutiert, die ja als praktisches Wissen nicht die gleiche Dignität wie etwa die Theologie genießen konnte. Im Zusammenhang damit hat sich die Frage nach einer politischen politischen Theorie (wie z.B. bei Machiavelli) ergeben, die mit einer Lehre von mehr oder weniger universalen Prinzipien der Politik und der daraus deduzierbaren Institutionenlehre kontrastiert werden könnte.

Damit ergab sich für uns die - auf Skinner bezogene - Interpretationshypothese, dass dieser mit Scholastik und Humanismus zwei Traditionen auszuzeichnen bemüht ist, die zwar zunächst in dieselbe Richtung - Konstitutionalismus - streben, später aber an genau der Trennung zwischen insitutionellem und praxeologischem Fokus unterschieden werden können. Und die Äußerungen Skinners zum Republikanismus (etwa die Betonung der virtú) ließen auf eine Präferenz für die letztere Perspektive schließen, was vielleicht erklären könnte, warum die Scholastik nur als Grundlage, nicht als eigene, sich fortschreibende Position eine Rolle spielt.

Das nächste Treffen wird am Do, 2.10. stattfinden und Vitoria (De potestate civili) und möglicherweise Brett („Scholastic political thought and the modern concept of the state“ in Brett, A. S., Tully, J., & Hamilton-Bleakley, H. (Eds.). (2006). Rethinking the foundations of modern political thought, 130-148) zur Grundlage haben.

Posted 04.09.2008 00:00 · Andreas Wagner
salamanca/blog/2008/09_04_1654_diskussion_vom_4.9.08.txt · Zuletzt geändert: 22.10.2009 00:15 von Andreas Wagner
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