Die Schule von Salamanca

Hier werden die diversen Informationen und Diskussionen gesammelt, die in der einen oder anderen Weise mit dem Forschungsprojekt „Theorien der Schule von Salamanca“ (bzw. „Menschenwürde in der Frühen Neuzeit“) des Exzellenzclusters 243 Die Herausbildung normativer Ordnungen an der Goethe-Universität zusammen hängen.

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Neues

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Mal keine Diskussion, sondern eine Lektürenotiz

Das kann ja auch hier ins Wiki, ich klebe mal ein anderes „Tag“ daran…

Und zwar habe ich Anghie, A. (2005). Imperialism, sovereignty and the making of international law. Cambridge: Cambridge University Press. gelesen, zumindest das erste Kapitel – zu Vitoria. Hier also meine Notiz:

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Diskussion vom 23.04.10

Nachdem wir die Sitzung verlegt hatten, haben wir uns dieses Mal mit Kap. 19 und 20 aus dem II. Buch von Suárez' De legibus… befasst. Dabei hatte ich eingangs die folgenden offenen Punkte genannt - und nenne sie hier erneut, damit uns keiner durch die Lappen geht und um Ergänzungen einzuwerben:

  • Was heißt es, dass das Völkerrecht eine besondere „Nähe“ zum Naturrecht aufweist? Steht damit sein positiv-rechtlicher Charakter zur Disposition?
  • Gibt es eine systematische Unterscheidung zwischen usus, mores, consuetudo, traditio (und consensus)?
  • Wie rigide ist die Verpflichtung durch das Völkerrecht; und geht mit ihr eine Sanktionsbefugnis einher? Wenn ja, welche?
  • Wenn das ius gentium im „eigentlichsten Sinne“, also das “ius gentium inter se“ in Verbindung mit der in gewisser Weise politischen Gemeinschaft der ganzen Welt steht (II.19, art. 9), und wenn damit eine Art Gemeingüter angesprochen sind, sind diese formal (wie z.B. Kommunikationsmöglichkeiten) oder material (wie z.B. der christliche Glaube oder die Erhaltung eines Weltkulturerbes) zu bestimmen?
  • Ist dieses „eigentliche“ Völkerrecht dann eher ein privates i.S.v. bi- oder multilaterales, oder ist es ein öffentliches?

Wir haben uns intensiv mit der letzten der genannten Fragen befasst…

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Diskussion vom 22.1.10

Wir haben uns vorgenommen, mit den beiden Sekundärtexten (Dussel, „Alterity and Modernity“ und Todorov, „Gleichheit oder Ungleichheit“ bzw. „Sklaverei, Kolonialismus und Kommunikation“) beim nächsten Mal noch einmal weiterzumachen.

Wir haben heute schon einmal die Dusselsche Begrifflichkeit von „truth claims“ und „validity claims“ andiskutiert, sind uns aber weder schon über die systematische Einordnung im Klaren, noch darüber, was die (beiden) Rekonstruktion(en) an Rückschlüssen über das Verhältnis von Las Casas und Vitoria zu einer postkolonialen Perspektive erlaubt(en). Der Zynismus-Vorwurf, den Dussel an Vitorias Formulierung von universellen Rechten aus der Perspektive eines europäischen Wirtschaftsakteurs richtet, wirkt jedenfalls merwürdig angesichts Las Casas' Bekräftigung der indianischen Opferung von Menschen als einer sogar ethisch gebotenen Praxis bzw. an der Einschränkung dieser Bekräftigung, dass diese ja nur für eine „lengthy period of dissent“ gelte.

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~~META: creator=Andreas Wagner &date created=2009-12-18 &date modified=2009-12-18 ~~

Diskussion vom 18.12.09

Wir haben uns anhand der Traktate über die Indiosklaverei und über einige Rechtsprinzipien über die Position des Bartolomé de Las Casas verständigt. Dabei haben wir besonders drei Punkte diskutiert: 1. Ob Las Casas die politischen Gemeinwesen stärker (als Vitoria) als Staaten versteht und insbesondere kollektive Rechte bzw. die kollektive Bedingtheit aller Rechte hervorhebt. 2. Ob er die Trennung zwischen weltlichen und geistlichen Angelegenheiten und die Autonomie des „zivilen“ schwächer (als Vitoria) fasst. 3. Wie das Verhältnis von Natur- und Völkerrecht bei Las Casas zu verstehen ist.

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16.01.2013 02:26 · 0 Linkbacks

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Diskussion vom 28.9.09

Wir haben über die Ambivalenz der Vitoriaschen Theorie des gerechten Krieges gesprochen: Eine jede solche Verrechtlichung erlaubt es ja einerseits, den Krieg einzuhegen, ihm Schranken und Kriterien aufzuerlegen, deren Nichteinhaltung direkt die Illegitimität des Krieges bedeutet; andererseits versieht sie den Krieg, wenn die Kriterien eingehalten werden, mit einer rechtlichen Würde und dem Charakter des Normalen, die selbst schon problematisch sein können. Besonders prekär ist dann natürlich, dass für Vitoria die kriegführenden Parteien bzw., im Rahmen der offenkundig asymmetrischen Situation in Amerika, der spanische König über die Einhaltung der Kriterien entscheiden/t – und es stellt sich die Frage, warum Vitorias Recht des gerechten Krieges überhaupt als Recht gelten können soll.

Denn es ist offenbar schonmal keine Sammlung öffentlicher Regeln zur Konfliktbeilegung, welche durch eine von den beteiligten Parteien unabhängige Instanz in Anschlag gebracht (und durchgesetzt) werden. Und unabhängig davon, als wie interpretationsoffen man die Formulierungen im Detail beurteilen mag, das eigentliche Problem bleibt, dass sie durch eine Partei interpretiert werden. Eine Vermeidung der Instrumentalisierung dieses Kriegsrechts scheint so schwerlich möglich1) und es erhebt sich die Frage, ob das Recht zur Kriegführung bei aller Beschränkung nicht doch für die „Indianer“ fatale Folgen hat.

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salamanca/start.txt · Zuletzt geändert: 21.10.2009 13:19 (Externe Bearbeitung)
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