[Rechtstheorie und politische Philosophie]

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Anghie, A. (2005). Imperialism, sovereignty and the making of international law. Cambridge: Cambridge University Press. 
Added by: Deleted user (2008-11-06 23:49:11)   Last edited by: Andreas.Wagner@em.uni-frankfurt.de (2009-09-11 23:15:58)
Resource type: Book
ID no. (ISBN etc.): 978-0-521-70272-0
BibTeX citation key: Anghie2005
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Categories: General
Keywords: Bellum Iustum, Empire, Neue Welt, Politik, Postcolonial Theory, Souveränität, Vitoria, Völkerrecht
Creators: Anghie, Bell, Crawford
Publisher: Cambridge University Press (Cambridge)
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Standort    Privatexemplar (AW). Juridicum 517.
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Abstract     
Contents
Introduction
Francisco de Vitoria and the colonial origins of international law (Anghie, 1996)
Finding the peripheries: colonialism in nineteenth-century international law
Colonialism and the birth of international institutions: the Mandate System of the League of Nations
Sovereignty and the post-colonial state
Governance and globalization, civilization and commerce
On making war on the terrorist: imperialism as self-defense
Conclusion

Anghie, A. (1996). Francisco de vitoria and the colonial origins of international law. Social and Legal Studies, 5(4), 321–336.
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Notes     
Das erste Kapitel untersucht, wie sich bereits bei Vitoria ein Argument formiert, demzufolge innerhalb einer gleichen Menschheit doch eine Differenz der Indianer zunächst etabliert wird, um im Anschluss daran eine Politik der Angleichung der Indianer an das spanische/europäische Vorbild zu verfolgen: Bei Vitoria wird den Indianern so eine Rationalität zugebilligt, die sie dann auch gegenüber dem ius gentium verpflichtet. Dann wird aber die absolute kulturelle Differenz hervorgehoben, die nicht mehr zulässt, sie als souveräne Gemeinwesen anzuerkennen; vielmehr werden Normen des ius gentium postuliert, die eine Übertretung durch die Indianer geradezu notwendigerweise nach sich ziehen, was einen Krieg gegen sie rechtfertigt. Im Rahmen der Konzeptualisierung dieses Krieges wird überhaupt erst klar, was "Souveränität" eigentlich heißt, und dass sie mit dem Projekt verbunden ist, ein partikulares spanisches Modell von Kultur zu universalisieren und global durchzusetzen.

Anghie kann auf wichtige Fallen aufmerksam machen (z.B. fadenscheinige Universalisierung partikularer kultureller Normen, unzumutbare Einschränkung durch unfaire Normen des Völkerrechts, die dann notwendig übertreten werden), die sicherlich in der späteren Geschichte des Völkerrechts und der Souveränitätsdoktrin einschlägig werden; er kann aber m.E. nicht deutlich machen, dass Vitoria tatsächlich auch schon in diese Fallen tappt. Die angeführten Zitate handeln entweder gar nicht von den Indianern (sondern von den Sarazenen) oder sind aus dem Zusammenhang gerissen. In jedem Falle fehlt ein Versuch, diese Motive mit anderen (z.B. V.'s Geringschätzung der spanischen Bauernkultur, die Fälle, in denen er die Möglichkeit umgekehrter Invasions- oder Selbstverteidigungsrelationen erwägt) auf systematische Weise in Beziehung zu setzen.
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